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Aderlass nach Hildegard von Bingen

Was ist Aderlass?

Der Aderlass ist ein klassisches Therapieverfahren und genoss bereits in der Antike ein grosses Ansehen. Hippokrates berief sich (460 – 370 c. Chr.) auf diese Jahrhunderte alte Tradition aber auch im asiatischen Raum kennt man die Medizin des „zur Ader lassen“. Bereits damals wurden diesem Verfahren entzündungshemmende, schmerz- und krampflösende Wirkungen zugesagt. Auch die Äbtissin und Heilerin Hildegard von Bingen beschrieb in ihren Büchern den Aderlass. Ihre komplexen medizinischen Werke lassen ein umfassendes Welt- und Menschenbild erkennen, welches zum Teil erst heute im 21. Jahrhundert mithilfe der modernen Quantenphysikforschung erklärbar ist. Die Hildegard Medizin beruht auf der 4–Säfte–Lehre, welche sie so beschrieb:

“ So lebt der Mensch durch vier Säfte, wie auch die Welt aus vier Elementen besteht (Erde, Feuer, Wasser, Luft) und ebenso erhalten diese Elemente, wenn sie geordnet im Menschen wirken, seine Gesundheit.“ So trägt das Blut die vier Elemente Wasser, Feuer, Luft und Erde in sich sowie deren Qualitäten trocken, feucht, warm und kalt. Diese Zuordnungen geben Aufschluss darüber in welcher Qualität die Säfte im Körper fliessen. Die Säfte werden auch „Humores“ genannt, was verdeutlichen soll; sind die vier Säfte im Gleichgewicht, so hat der Mensch einen „guten Humor“.

Das Blut

Das Blut macht 8 % unserer Körpersubstanz aus und ist gewissermassen unser Lebenselixier. Alle Organe sind durch das Blutgefässsystem auf einer Länge von 96'000 km miteinander verbunden – das Blut ist das grösste „Organ“ des Menschen. Insgesamt sorgt das Blut für die Ernährung und Entgiftung aller Zellen des Menschen. Das Blut besteht zu 50% aus flüssigen Bestandteilen, dem Blutplasma und zu 43% aus roten Blutkörperchen, den Erythrozyten (diese sind für Transport von Sauerstoff zu den Zellen sowie den Abtransport von Kohlendioxyd, CO2 zuständig). Im Weiteren befinden sich im Blut weisse Blutkörperchen, die Leukozyten (zuständig für die Immunabwehr), Blutplättchen, die Thrombozyten (zuständig für die Blutgerinnung). Ein kleinster Teil besteht aus Eiweissproteinen, Fett, Zucker und Kochsalz welche die Zellen einerseits mit Nährstoffen versorgen und andererseits auch alte Zellgifte und Abfallstoffe aus den Organen abtransportieren, sie erfüllen also lebenswichtige Funktionen.

Wo finden wir denn nun diese Zellgifte und Abfallstoffe?

Im Darm:

Mit einer Oberfläche so gross wie ein Fussballfeld, gibt er seine Stoffwechselgifte wie z.B. Gärungs- und Fäulnissäfte an das Blut ab. Diese wiederum entstehen durch die falsche Ernährung sowie Umweltbelastungen (Stress, Handystrahlung, etc.).

Auf der Haut:

Die Haut ist eine semipermeable Membran das heisst, sie kann viele Stoffe aus Kosmetika, welche mit chemischen Stoffen versehen sind, an das Blut weitergeben. Viele dieser Stoffe wie Parabene, Tenside, Emulgatoren, Aluminiumsalze, Farbstoffe etc. können bspw. Allergien auslösen oder Hormonstörungen verursachen.

Durch die Ernährung:

Sehr viele Giftstoffe werden über die Nahrung an das Blut abgegeben. Dies können Konservierungsmittel, künstliche Aromen, Stabilisatoren und genmanipulierte Produkte sein um nur Einige davon zu nennen. Dies führt zu einer Überbelastung des Blutes, welches als Reaktion die Schadstoffe in das umgebende Gewebe verlagert bez. deponiert. Dies kann zu unterschiedlichsten Krankheitsbildern führen – die Krankheitsbilder des rheumatischen Formenkreises sind ein klassisches Beispiel dafür.

Bei Stress:

Viele unserer heutigen Erkrankungen sind stressbedingt und entstehen durch unsere moderne Lebensweise. Eine übermässige und vor allem stetige Produktion und Ausschüttung von Stresshormonen, belastet und übersäuert das Blut so, dass es seine Transportfunktionen nicht mehr wahrnehmen kann.

Hildegard von Bingen beschrieb die Depression als die Folge von zähem, schleimigem und trüben Blutes – die Schwarzgalle beherrscht das Blut. So sieht der Mensch in der Depression auch „nur noch schwarz“.

In der „Moderne“ beschrieben, zeigt sich dies bspw.in der Übersäuerung des Blutes und der Mangelproduktion und Versorgung von Serotonin.

Wann wir Aderlass angwendet?

Viele Krankheitsgeschehen betreffen direkt das Blut-, Gefäss-, und Herzkreislaufsystem. Darunter fallen bspw. Bluthochdruck, Krampfadern und Thrombosen. Herzinfarkt und Schlaganfall gehören heutzutage zu den häufigsten Todesursachen. Lange davor jedoch zeigen andere Körpersignale die Überlastung des Blutes an: Müdigkeit, Allergien, Regelstörungen, Muskel- und Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen und Migräne, Stimmungsschwankungen und Depressionen, Gedächtnis und Konzentrationsstörungen. Oft werden dann verschiedenen Medikamente eingenommen welche die Beschwerden zwar vermeintlich beheben, in Tat und Wahrheit jedoch das Blut nur noch mehr überlasten und verschlacken. Aus elastischen, mit energiereichem und dünnflüssigem Blut gefüllten Blutgefässen entstehen starre und spröde Gefässwände, angefüllt mit zähem, schlackenreichen Blut. Die Schlacken verengen die Gefässe und zähes Blut neigt dazu Blutgerinnsel zu bilden, welches zu Hirnschlag, Lungeninfarkt oder Beinvenenthrombosen führen kann.

Aderlass nach Hildegard von Bingen

Anders als bei einem herkömmlichen oder schulmedizinischen Aderlass wird beim Aderlass nach Hildegard von Bingen nach folgenden Kriterien Blut entnommen:

  1. Mondphase
    Alle Lebensvorgänge in unserem Leben sind bestimmten Rhythmen unterworfen. Bezogen auf das Blut zeigt sich dies in unserem Herzschlag – schlägt das Herz kraftvoll und in regelmässigem Rhythmus geht es uns gut. Der Mond wiederum und alle Planeten beeinflussen die Rhythmen der Erde. So beeinflusst der Mond den Zyklus des Wassers durch das Verursachen von Ebbe und Flut.  Auch der menschliche Körper besteht zu 2/3 aus Wasser und so werden unsere Körperflüssigkeiten durch die Mondphasen ebenfalls beeinflusst und bewegt. Somit ist die optimalste Entgiftung während der abnehmenden Mondphase. Dies zeigt sich in der Zusammensetzung des Blutes beim Aderlass. Es fliesst primär eine träge, dunkle Masse ab und erst in der Folge dann helles, dünnflüssiges Blut. Der Aderlass soll daher vom ersten bis zum fünften Tag nach dem Vollmond stattfinden.
  1. Nüchtern sein
    Vor dem Aderlass darf nichts getrunken oder gegessen werden d.h. das letzte leichte Essen sollte am Vorabend stattfinden und ohne Alkoholkonsum.
  1. Anstechen der Venen
    Hildegard von Bingen beschreibt drei Hauptvenen in der Armbeuge, welche für den Aderlass geeignet sind. Die Kopfvene (Vena cephalica), die Herzvene (Vena intermedia)  und die Lebervene (Vena basilica). Über diese Venen findet eine optimale Entlastung bez. Entgiftung des Blutes und damit des gesamten Organismus statt. Es wird mit einer Butterflynadel an einem kleinen Schläuchlein die entsprechende Vene punktiert. Durch die Verletzung wird zudem das Immunsystem in Bereitschaft versetzt das heisst es kommt zu einer erhöhten Aktivität des Immunsystems und damit zu einer Erhöhung von Immunabwehrzellen. Die erhöhte Immunaktivität steigert sich noch bis zu sechs Wochen nach dem Aderlass und hält dann noch bis zu sechs Monate an.
  1. Blutbefundung
    Das abgenommene Blut dient gleichzeitig auch als diagnostisches Mittel um einen Einblick in den Gesundheitszustand von Ihnen zu erhalten. Dabei wird «die Vitalität» (das Leben) des Blutes während und nach dem Aderlass befundet. In diesem Vitalsichtbefund können wir die Funktionsweise des Blutes erfahren und erhalten Aufschluss über die Stoffwechsellage des Organismus. Dieser repräsentiert sich in den Elementen von Wasser, Erde, Luft und Feuer bez. in den Gemüts- und Körperzuständen von: Sanguina, Melancholera, Phlegma und Cholera. Das Blut verbleibt im Glas, wobei ein Objektträger sofort benetzt wird und anhand der Fliesseigenschaften und den sich bildenden Überstand beurteilt wird. Nach einer Woche wird einen 2. Befundung erfolgen.
  1. Blutmenge
    Es werden durchschnittlich ca. 50 – 150 ml Blut entnommen.

Vorbereitung zum Hildegard Aderlass

Vor dem Aderlass vereinbaren Sie bitte einen Termin für ein Erstgespräch damit wir eine Befundung vornehmen können, dieser dauert ca. eine Stunde.

Bereiten Sie Sich bewusst auf den Aderlass vor indem Sie Sich auch überlegen was sie alles bei der Therapie loslassen möchten wie bspw. überholte Gewohnheiten, Altlasten etc.

Am Tag vor dem Aderlass:

  • Trinken Sie durch den Tag viel stilles Wasser (mind. 2 Liter)
  • Nehmen Sie am Abend noch eine leichte Mahlzeit zu sich, am besten eine Gemüsesuppe

Am Aderlasstag

  • Absolut nüchtern zum Aderlass kommen – etwas stilles Wasser ist bis zu 3 Stunden vor dem Aderlass bei Anreise erlaubt
  • Zähne nicht putzen (Zähne werden gleich nach dem Aderlass geputzt, sie erhalten eine Zahnbürste von uns – erlaubt ist eine basische Zahncreme (Wasser jedoch nicht schlucken)
  • Allfällige Medikamente bis nach dem Aderlass weglassen
  • Am Aderlasstag werden Sie ca. 4 Std. bei uns im Haus verweilen.
  • Ablauf: sie erhalten kurz vor der Behandlung einen Kräutertee, damit der Magen erwärmt wird und die Venen besser zum Anstechen sind. Sie erhalten einen Wärmeträger auf den Arm der zu punktierenden Vene.
  • Während der Behandlung erhalten Sie einen Leberwickel.
  • Anschliessend ruhen Sie für ca. 2 Stunden im Heilschlaf in der Schwebeliege oder auf der Klangliege, dies ist wichtig, da sich die Entgiftung des Organismus nur in Ruhe stattfinden kann. Sie erhalten währenddessen genügend Kräutertee.
  • Zum Abschluss wird eine Dinkelsuppe mit Gemüse, Habichtskraut, Fenchel und Galgant serviert.
  • Sie erhalten entsprechend der ersten Analyse ihres Blutes für Sie individuell ausgesuchte Tinkturen, Tee, Presslinge, Frischpflanzentüchli oder Salben.
  • Machen Sie auch in den nächsten 3 Tagen immer wieder Leberwickel mit warmen Kirschkernsäckchen oder legen Sie feuchtwarme Leinsamensäckchen oder die Frischpflanzentüchli auf. Im Besten Falle machen Sie in den nächsten Tagen einen Einlauf oder kommen Sie zu einer Colon-Hydrotherapie. Sie können aber auch am Aderlasstag am Nachmittag einen Colon-Hydro-Therapie buchen.
  • Damit sind Sie optimal im Entgiftungszyklus.

Verhalten nach dem Aderlass

  • Für eine Woche nur leichte, mild gewürzte und gekochte Nahrungsmittel ohne tierische Eiweisse essen (keinen Käse und Milchprodukte), am besten Suppen nach Hildegard (Rezepte sind bei uns vor Ort mitzunehmen)
  • Ihre Therapeutin kann Ihnen wertvolle Tipps zu Ihrer Konstitution und Typengerechte Ernährung geben.
  • Wenn immer möglich für 3 Tage keine Milch, keinen Kaffee und Schwarztee trinken
  • Keinen Leistungssport für 3 Tage betreiben
  • Es ist möglich, dass die Augen für einige Tage empfindlicher als sonst auf die Sonne reagieren. Nehmen Sie eine Sonnenbrille mit auch im Herbst und bei trübem Wetter.
  • Grundsätzlich fühlt man sich leicht nach dem Aderlass, es kann aber sein, dass Sie Sich nach dem ersten Aderlass etwas müde und schlapp fühlen. Deswegen empfehlen wir den Heilschlaf unbedingt.

Wie oft soll ein Aderlass durchgeführt werden?

Zur Prophylaxe von Erkrankungen kann der Aderlass 1 – 2 x pro Jahr und bei Krankheiten mehrmals im Jahr durchgeführt werden.

Die Häufigkeit eines Aderlasses hängt von der Situation des Menschen ab und wird mit Ihnen individuell besprochen.

Diese Informationen werden nach bestem Wissen und Gewissen weitergegeben. Sie sind ausschliesslich für Interessierte und Freunde des Hildegard Aderlasses zu sehen und keinesfalls als Diagnose- oder Therapieanweisungen zu verstehen. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden irgendeiner Art, die direkt oder indirekt aus der Verwendung der Angaben entstehen.

Bei Eintritt erhalten Sie ein Behandlungserlaubnisformular zu Unterschrift.

Bei Verdacht auf Erkrankungen konsultieren Sie bitte Ihren Arzt oder Heilpraktiker. Gegebenenfalls werden wir Sie an die Alpstein Klinik überweisen.

Wirkung des Aderlass

Der Aderlass entsäuert das Blut sowie indirekt die Lymphflüssigkeit und alle anderen Körperflüssigkeiten. Die Erythrozyten (rote Blutkörperchen) werden wieder elastisch, das Blut flüssiger und gewährleistet dadurch eine optimale Durchblutung. Viele Krankheitsgeschehen betreffen direkt das Blut-, Gefäss-, und Herzkreislaufsystem. Darunter fallen bspw. Bluthochdruck, Krampfadern und Thrombosen. Herzinfarkt und Schlaganfall gehören heutzutage zu den häufigsten Todesursachen. Lange davor jedoch zeigen andere Körpersignale die Überlastung des Blutes an: Müdigkeit, Allergien, Regelstörungen, Muskel- und Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen und Migräne, Stimmungsschwankungen und Depressionen, Gedächtnis und Konzentrationsstörungen. Oft werden dann verschiedenen Medikamente eingenommen welche die Beschwerden zwar vermeintlich beheben, in Tat und Wahrheit jedoch das Blut nur noch mehr überlasten und verschlacken. Aus elastischen, mit energiereichem und dünnflüssigem Blut gefüllten Blutgefässen entstehen starre und spröde Gefässwände, angefüllt mit zähem, schlackenreichen Blut. Die Schlacken verengen die Gefässe und zähes Blut neigt dazu Blutgerinnsel zu bilden, welches zu Hirnschlag, Lungeninfarkt oder Beinvenenthrombosen führen kann.

Anwendungsgebiete

  • Prophylaktisch als Gesundheitsvorsorge
  • Rheuma, Gicht, Gelenkbeschwerden
  • Herzkreislauferkrankungen und deren Begleiterscheinungen
  • Menopause
  • Allergien
  • Varizen (Krampfadern)
  • Stimmungsschwankungen und Depressionen
  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Wechseljahrprobleme
  • Atembeschwerden und Asthma und vieles mehr….
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